Johann Heinrich Löhmann

Die Löhmannschule entstand in der Nachfolge der St. Johannis-Knabenschule, deren letzter "Schreibmeister" seit dem 07.11.1865 Johann Heinrich Löhmann war. Johann Heinrich Löhmann Johann Heinrich Löhmann wurde am 19. 02. 1830 in Burg, Süderdithmarschen, als Sohn eines Schmiedemeisters geboren. Bis zu seiner Konfirmation 1846 besuchte er die Volksschule seines Heimatortes. Seine Präparandenzeit, die bis 1848 dauerte, verbrachte er als Unterlehrer an der Elementarschule in Meldorf. Im Herbst 1848 bezog er das Lehrerseminar in Bad Segeberg. Er unterbrach seine Ausbildung 1850 - 51 und trat im Krieg in die Schleswig-Holsteinische Armee ein. Nach dem Kriegsende setzte er seine Ausbildung fort und machte die Abschlußprüfung Michaelis 1852 mit dem Prädikat des "Ersten Charakters". loehmann Von Michaelis 1852 an wirkte er 7 Monate als Hauslehrer in Kaltenkirchen. In Oldensworth, Eiderstedt, wurde er im Frühjahr 1853 ordnungsgemäß zum Elementarlehrer und Organisten gewählt, aber als ehemaliger Schleswig-HolsteinischerSoldat von der damaligen Verwaltung gezwungen, die Stelle zu quittieren, da er nicht bestätigt wurde. Er ging Michaelis 1853 nach Heide, wo er bis Oktober 1854 die Stelle eines ersten Mädchenlehrers und Organisten bekleidete.



Von November 1854 an war er erster Lehrer und Organist in Wedel, von wo er endlich 1865 nach Flensburg übersiedelte. Die Wahl zum "Schreib- und Rechenmeister" fand am 11. Oktober 1865 statt, sein Einführungstag war der 07. November 1865. Neben dem Lehramt übernahm er auch die Kantor- und Küsterstelle in St. Johannis. Nach kurzer Zeit wurde ihm vom Kirchenvorstand für die Dauer seines Schuldienstes (bis 1897) zugleich das Amt des Organisten übertragen. Von Ostern 1866 bis Michaslis 1873 erteilte er auch den Gesangsunterricht am Gymnasium in Flensburg.



Löhmann war ein kluger und geistig beweglicher Mann. Seine sprachliche Gewandtheit machte ihn zu einem geschickten Katecheten. Er verstand es, den Kindern die schwierigsten Dinge zu erklären und beizubringen. Mit pädagogischem Geschick wußte er bis in seine späten Jahre Menschen zu führen und zu leiten. ßeerkenswert ist der Zusammenschluß seiner ehemaligen Schüler zu einer "Löhmann-Gemeinschaft".



Für die Schleswig-Holsteinische Lehrerschaft war das Wirken Löhmanns von besonderer Bedeutung. Als er 1875 Schulleiter geworden war, entstand unter seines Einfluß mit dem Neubau der St. Johannis-Schule in Flensburg eine vollständig neu organisierte Schulanstalt, die ein Musterbeispiel für andere neue Lehranstalten in der Provinz wurde.



Aus : Bergmann 6/1998 Löhmann veröffentlichte "mehrstimmige Choräle für die Schule" und "Choräle für 4 Männerstimmen, Lehrer- und Männergesangsvereine". Weit bekannter ist sein Rechenwerk geworden, das eine große Reihe von Auflagen erreicht hat und jahrzehntelang in den Schulen Flensburgs dem Rechenunterricht zugrundegelegt wurde. Längere Zeit hat er auch für in- und ausländische pädagogische Zeitschriften Artikel über Gegenstände der Erziehung und des Unterrichts geschrieben. Auch volkskundliche Beiträge für Zeitschriften, wie z. B. "Die Heimat", hat er verfaßt. Er hat vierstimmige Choräle für Männerchöre komponiert und Grothsche Lyrik vertont. Zu Klaus Groth hatte er freundschaftliche Beziehungen.



Er gehörte zu den Gründern des plattdeutschen Vereins in Flensburg. Zu besonderem Dank muß die hiesige Lehrerschaft sich ihm verbunden fühlen durch seine Bemühungen um die Gründung der hiesigen Pensionszulagekasse für Lehrerwitwen und Lehrerwaisen, sowie für seine umsichtige Leitung der Kasse, deren Vorsitzender er von der Gründung 1884 an bis zu seinem Tode geblieben ist.



Die größten Verdienste um den Provinzial-Lehrerverein hat er sich erworben durch seine Arbeiten in der Rechtsschutzkommission, die am 27. Juli 1892 auf der Versammlung in Husum gegründet wurde. Dem Vorstehenden fügen wir noch hinzu, daß Löhmann Mitglied des Kuratoriums der hiesigen höheren Mädchenschule war.



Das immer wieder von Löhmann angestrebte Ziel war: Hebung des Volksschulwesens, Wahrung der Ehe und Rechte des Lehrerstandes sowie theoretische und praktische Fortbildung der Lehrer.



Die Entlassung nach über 30-jähriger Tätigkeit in Flensburg fand am 12. Februar 1897 durch den damaligen Schulinspektor Pastor Fröhlich statt, nachdem ihm schon am 01. Januar genannten Jahres durch den Kreisschulinspektor Propst Niese der Adler des Hohenzollernschen Hausordens verliehen war. Löhmann starb am 08. Februar 1908 in Flensburg. Gretel Brügmann Aus: 40 Jahre Löhmannschule Flensburg. 1952 - 1992. Flensburg 1992